Kryptomining – Trends, Chancen & Risiken für Unternehmen

04.10.2021 | Das Schürfen nach digitalem Gold boomt seit Jahren. Warum Krypto-Währungen kaufen und hoffen, dass diese im Wert steigen, wenn man diese doch selbst erzeugen kann? Dank Kryptomining kann theoretisch jeder daran verdienen. Gerade Unternehmen, denen viel Rechen- und Speicherleistung im Rechenzentrum oder in der Cloud zur Verfügung steht, fragen sich: Sollten wir unsere brachliegenden IT-Ressourcen vielleicht zum Kryptomining nutzen?

Was ist eigentlich Kryptomining?

2008 beschrieb der Japaner Satoshi Nakamoto in einem Whitepaper, wie eine digitale Währung aussehen sollte: dezentral organisiert und vor Wertverlust geschützt. So entstand der Bitcoin.
Anders als beim Papiergeld wird diese Währung jedoch nicht gedruckt, sondern durch Rechenleistung erzeugt. Computer errechnen aufgrund eines Algorithmus neue Blöcke, die in „Hashs“ umgewandelt werden, wofür die Nutzer mit Krypto-Währungen wie Bitcoins belohnt werden. Diesen Prozess, der meist über schnelle Grafikkarten läuft, nennt man Kryptomining.

Und was ist die Blockchain?

Beim Kryptomining werden die einzelnen Blöcke über ein dezentral angelegtes Peer-to-Peer-Netzwerk zu einer Block-Kette („Blockchain“) zusammengefasst. Alle Blöcke verfügen über „Hash-Werte“, die eine Art Prüfnummer für alle Transaktionen beinhalten. Diese Prüfnummer enthält die Informationen der aktuellen und der vorherigen Transaktion. Durch dieses verkettete Aufzeichnungssystem ist eine Manipulation ausgeschlossen. Würde man nur einen Wert verändern, würde die ganze Reihenfolge nicht mehr stimmen. Durch dieses Verfahren gilt die Blockchain-Technologie als extrem sicher und wird bereits für Banken- und Versicherungsprodukte eingesetzt.

Welche Möglichkeiten gibt es beim Kryptomining?

Die Effizienz des Kryptominings richtet sich vor allem an der zur Verfügung stehenden Hardware. Natürlich kann jeder zu Hause mit seinem Computer Krypto-Währungen errechnen, doch meistens ist die Hardware dafür zu langsam. Es dauert ewig, bis eine neue Währung erzeugt wird. Ein Verfahren, das sich meist nicht rechnet.
Das liegt auch daran, dass z. B. beim Bitcoin die Berechnung fortwährend komplexer wird und die Erzeugung von Bitcoins dadurch künstlich verlängert wird. Je mehr Bitcoins auf dem Markt sind, desto länger dauert die Neuberechnung weiterer Coins.

Aus diesem Grund setzen viele Privatpersonen und Unternehmen auf Kryptomining über die Cloud. Dazu wählt man einen Cloud-Mining-Anbieter und mietet sich ein. Hierfür gibt es mittlerweile unzählige Anbieter, die ganze Mining-Farmen betreiben. Man wählt nur noch die Krypto-Währung, die man erzeugen möchte und lässt dann die Arbeit in der Cloud erledigen.
Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte „Mining-Pools“. Mehrere „Schürfer“ können dabei gleichzeitig an einem Block arbeiten und teilen sich anschließend die Belohnung.

Sie haben Fragen zu den Möglichkeiten?

Gerne beraten wir Sie.

Welche Krypto-Währungen gibt es, und welche lohnen sich?

Inzwischen existieren mehr als 4.000 Krypto-Währungen. Die bekanntesten sind dabei Bitcoins (BTH), Ethereum (ETH), Chia (XCH) oder Cardano (ADA).

Leider gerät das Kryptomining immer mehr in die Kritik, da der Stromverbrauch hierfür mittlerweile 100 bis 141 Terawattstunden pro Jahr beträgt, so viel wie z. B. die Niederlande benötigt. Aufgrund dieser schlechten Umweltbilanz möchte Tesla künftig die Zahlung mit Bitcoins stoppen. Auch China hat reagiert und verbietet mittlerweile das Bitcoin Mining in seinem Land.
Die ersten Krypto-Währungen haben ebenfalls darauf reagiert: Ethereum hat ein Update für 2021 angekündigt, bei dem vom rechenintensiven Modell (Proof of Work) zum Proof-of-Stake-Modell gewechselt wird, bei dem stattdessen Rechte vergeben werden.

Andere Krypto-Währungen wie Chia wiederum setzen von Anfang an auf Proof of Stake. Hierfür werden ebenfalls statt Grafikarten hochkapazitative Solid-State-Festplatten (SSDs) benötigt.

Welche Krypto-Währung sich derzeit am meisten lohnt, lässt sich leider kaum sagen. Der Schritt von Ethereum, das Mining-Modell zu ändern, ist sicher eine gute und wegweisende Entscheidung. Aber auch neue Smartphone-basierte Krypto-Währungen wie z. B. Pi kommen auf den Markt. Welche Währung sich langfristig durchsetzt, kann man aufgrund der vielen Faktoren kaum vorhersehen. Aber es bleibt spannend.

Die Vorteile des Kryptominings

Wer zu den modernen „Goldgräbern“ gehören möchte, braucht kein Glück, sondern vor allem die richtige Ausrüstung. Mit der passenden leistungsfähigen Hardware lässt sich gerade am Anfang einer neuen Krypto-Währung viel virtuelles Geld machen. Für den späteren finanziellen Erfolg ist es aber wichtig, dass die erzeugte Währung irgendwann auch Geld einbringt. Deshalb sollte man die Vor- und Nachteile gut kennen.

Die Vorteile für das Kryptomining:

  • Kryptomining ist mit entsprechender Hardware für jede Person und jedes Unternehmen möglich.
  • Jeder Internet-Nutzer kann theoretisch Bitcoins, Ethereum oder Chia „schürfen“.
  • Wer ein Rechenzentrum oder ausreichend IT-Ressourcen zur Verfügung hat, kann diese zum Schürfen der Digitalwährung nutzen.
  • Dank Blockchain-Technologie sind Manipulationen nahezu ausgeschlossen.
  • Krypto-Währung sind im Gegensatz zu Papiergeld begrenzt und daher sicherer gegen Wertverlust.
  • Der Staat hat wenig Einflussmöglichkeiten auf die digitale Währung.

Risiken des Kryptominings

Natürlich ist das Kryptomining nicht ganz ohne Risiken, wobei das Erzeugen der digitalen Währung sicherer ist als z. B. das Investieren in dieselbe. Dennoch sollte man sich die Risiken bewusst machen:

  • Kryptomining verbraucht bisher viel Energie, daher können die Stromkosten teurer werden als die Einnahmen durch das Mining
  • Für das Schürfen benötigt man leistungsfähige IT-Ressourcen, die Geld kosten (wenn man sie nicht schon besitzt)
  • Total-Verluste sind möglich: Manche Währungen wie z. B. Titanium haben innerhalb kürzester Zeit 100 % ihres Wertes verloren

Trends in den nächsten Jahren

Wer sich mit dem Thema Krypto-Währungen und -Mining beschäftigt, kann derzeit viele unterschiedliche Trends beobachten. Welche sich davon langfristig durchsetzen werden, ist noch nicht abzusehen. Wir haben Ihnen einige der wichtigsten Trends zusammengefasst:

1. Kryptomining wird umweltverträglicher
Immer mehr Länder überlegen, das Kryptomining aufgrund seiner schlechten Umweltbilanz zu verbieten. Erste Währung wie Ethereum ändern deshalb ihre Schürf-Modelle, andere wie Chia setzen von Anfang an auf umweltfreundlichere Methoden. Da immer mehr Rechenleistung für immer weniger Coins aufgebracht werden muss, wird sich hier einiges ändern müssen.

2. Krypto-Währungen werden noch stärker zum Spekulationsobjekt
Nicht nur Tesla setzte auf Bitcoins und machte damit mehr Gewinn als mit den bisherigen Geschäftsmodellen. Auch Hedge-Fonds und Banken liebäugeln mit den Digitalwährungen. Welches Krypto-Geld wie viel Wert ist, hängt am Ende davon ab, wie viel Geld darin investiert wird.

3. Krypto-Währungen werden alltagstauglich
Immer mehr Geschäfte und Online-Shops bieten mittlerweile an, mit Krypto-Geld zu bezahlen. Je verbreiteter die Digitalwährung wird, desto höher steigt auch der Wert.

4. Der Fiskus möchte mitverdienen
Da Krypto-Währungen rein digital sind und der Staat darauf keinen Einfluss hat, sind Erträge aus dem Kryptomining zwar nicht steuerfrei, aber für den Fiskus kaum nachvollziehbar. Das möchten viele Steuerbehörden jetzt ändern. Das heißt: Es wird immer mehr Regularien geben, um Transaktionen mit Krypto-Währungen nachvollziehen zu können.

5. Immer wieder neue Krypto-Währungen und -Plattformen
Ganz gleich, ob Initial Coin Offerings (ICO) für Game-Plattformen, für Communitys oder für soziale Projekte – die Möglichkeiten der Krypto-Währungen sind unendlich. So sammelte Telegram für sein Social-Netzwerk 2018 über 1,7 Mrd. Dollar für eine Krypto-Währung ein, die es bis heute nicht gibt; das Entwicklerunternehmen Block.One sogar 4 Mrd. Dollar.

Doch Vorsicht: Unternehmen, die in ICOs investieren, wissen oft nicht, dass sie keinen Rechtsanspruch auf ihre Investments haben. Selbst wenn ein Startup sein ICO nicht verwirklicht, besteht kein Rückzahlungsanspruch. Auf diese Weise wurden viele ICOs vermarktet, die lediglich dazu dienten, ihre Besitzer zu Millionären zu machen.

Chancen und Gewinne für Unternehmen

Wie wir sehen konnten, werden für das Schürfen von Krypto-Geld immer mehr IT-Ressourcen benötigt. Der Computer-Nerd, der noch vor über 10 Jahren zu Hause seine Bitcoins erzeugen konnte, gehört schon lange der Vergangenheit an. Wer heutzutage beim Kryptomining dabei sein möchte, benötigt leistungsfähige und skalierbare IT-Ressourcen. Selbst die großen Cloud-Mining-Anbieter verfügen mittlerweile über Dutzende Datacenter, die weltweit Krypto-Währungen schürfen.

Aus diesem Grund bietet sich das Kryptomining vor allem für Unternehmen an, die entweder über ausreichend IT-Ressourcen verfügen oder die in der Lage sind, diese günstig anzumieten. Ob sich das Schürfen letztendlich lohnt, ist eine Frage der Hardware und der ausgewählten Krypto-Währung. So wird geschätzt, dass man mit einer 1 TB SSD rund sieben Jahre benötigt, um den ersten Chia Coin zu schürfen. Wer stattdessen 100 TB zur Verfügung hat, erhält den ersten Coin bereits nach drei Tagen. Der Wert eines Chia Coins (XCH) pendelt derzeit zwischen 1.200 EUR und 219 EUR (aktuell).
Hier stellt sich dann die Frage, ob man den geschürften Coin gleich zu Geld machen möchte, um die Unkosten zu decken oder ob man spekuliert und hofft, dass die Krypto-Währung in ein paar Monaten oder Jahren ein Vielfaches des ursprünglichen Preises wert ist.

Damit das Kryptomining nicht zum Glücksspiel wird, raten wir deshalb, sich die Ausgaben und Einnahmen gründlich durchzurechnen. Außerdem sollten Sie dabei auf einen professionellen Partner setzen, von dem Sie sicher sein können, dass dieser die deutschen Gesetze und Regularien einhält.

Wenn Sie im Unternehmens-Rechenzentrum keine ausreichenden IT-Ressourcen und -Kapazitäten haben, suchen Sie sich am besten einen zuverlässigen IT-Partner mit einem Datacenter in Deutschland – wie z. B. die BADEN CLOUD®, die speziell für regionale Unternehmen in Baden-Württemberg gegründet wurde.

Gerade dann, wenn Sie als Unternehmen darüber nachdenken, Ihre IT-Ressourcen zu erweitern oder in das Kryptomining einzusteigen, kann die BADEN CLOUD® Sie effektiv unterstützen.

Wir hoffen, dass Ihnen unsere kleine Zusammenfassung über das Kryptomining geholfen hat. Sie haben Fragen? Oder möchten mehr über unsere Leistungen
erfahren? Gerne beraten wir Sie.Sie erreichen uns telefonisch unter +49 (7805) 918-0 oder über das Kontaktformular:

    Menü