Mehr Breitband für die Ortenau

Neue Glasleitung: Kein Tempolimit auf der Datenautobahn zwischen Offenburg und Appenweier

Es ist vollbracht: Nach gerade einmal einem halben Jahr Bauphase ist die Glasfaserverbindung zwischen Offenburg und Appenweier fertiggestellt. Ziel der neuen Breitbandverbindung ist eine direkte Verbindung der beiden Rechenzentren der BADEN CLOUD®, die von LEITWERK gemeinsam mit dem E-Werk Mittelbaden betrieben werden. Das Rechenzentrum in Appenweier wurde dieses Jahr offiziell in Betrieb genommen, mit dem Bau des zweiten Data Centers auf dem Areal des Flughafens in Lahr wird im Sommer 2021 begonnen. Parallel erfolgt der Ausbau der Glasfaserleitung von Offenburg nach Lahr, um die BADEN CLOUD® in Appenweier mit dem ergänzenden Redundanz-Rechenzentrum zu verbinden.

Erste Etappe

Die erste Teilstrecke von Offenburg nach Appenweier wurde nun fertiggestellt. Über eine Länge von insgesamt 15 Kilometern ließ das Joint Venture LEITWERK Rechenzentren Appenweier GmbH, das zu gleichen Teilen aus der LEITWERK AG und dem E-Werk Mittelbaden besteht, Glasfaserkabel verlegen – abseits der üblichen Wege. Bei der Auswahl der Strecke entschieden sich die Projektverantwortlichen bewusst für einen Verlauf „über Land“. Dabei wurden gesetzliche Vorgaben ebenso sorgfältig beachtet wie ökologische Besonderheiten „Bei der Risikobewertung spielte die Tatsache, dass es in der Nähe von Hauptverkehrsstraßen, Städten oder Bahnhöfen immer wieder zu Baumaßnahmen kommen kann, eine zentrale Rolle“, erklärt Thomas Rauber, Elektrotechnikmeister beim E-Werk Mittelbaden. „Indem wir die Trasse durch weniger stark bebaute Gebiete geführt haben, senken wir die Gefahr, dass sie hierdurch beschädigt wird, erheblich.“

Durchgeführt wurden die Erdhubarbeiten von mehreren Tiefbauunternehmen, die in einer Tiefe von rund 1,20 Metern die Lichtwellenleiter sowie eine Speedpipe verlegten. Dabei handelt es sich um Leerrohre, in die nachträglich die Glasfasern eingeblasen werden. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn die Kapazitäten der ersten Glasfaserleitung erschöpft sind.

Stärkung der Region

Primäres Ziel der neuen Breitbandverbindung in der nördlichen Ortenau ist die Verbindung der beiden Rechenzentren der BADEN CLOUD®.

Von der Glasleitung profitieren jedoch auch jene Unternehmen, die in der Nähe der Trasse ansässig sind. In Zeiten der digitalen Transformation und besonders vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie gehört ein leistungsfähiger und verlässlicher Zugang zum Internet zu den Grundvoraussetzungen, um auf Dauer am Markt bestehen zu können.

„Wenn Sie Erfolg haben möchten, können Sie es sich nicht leisten, mit 30 km/h über die Landstraße zu zuckeln“, veranschaulicht Ralf Schaufler, Vorstand der LEITWERK AG, den Sachverhalt. „Um mit der Digitalisierung Schritt zu halten, benötigen Sie freie Fahrt auf einer Datenautobahn. Und solch eine haben wir nun zwischen Offenburg und Appenweier realisiert.“

Den Unternehmen in der Region eröffnet die Leitung die Möglichkeit, sich bei Bedarf exklusive Ausfahrten zu dieser Autobahn bauen zu lassen und über diesen Weg IT auszulagern, dem eigenen Personal Freiräume zu verschaffen und in der Konsequenz kosteneffizienter zu arbeiten.

Faktencheck DWDM

Breitbandausbau, Glasfasernetz und Backbone sind mittlerweile geläufige Begriffe. Doch welche Technik steckt eigentlich genau dahinter? Im Fall der Glasleitung, die das E-Werk Mittelbaden nun von Offenburg nach Appenweier gelegt hat, kommt die hoch performante DWDM-Technik zum Einsatz.

Dabei handelt es sich um die derzeit leistungsstärkste Technologie – das Dense Wavelength Division Multiplexing – mit der sich enorme Datenmengen über längere Distanzen übertragen lassen. Dafür werden mehrere Signale gebündelt und simultan mithilfe unterschiedlicher Frequenzen über die Leitung gesendet. Die Datenströme bleiben vollständig voneinander getrennt; jedes Signal wird auf einer anderen Frequenz übertragen. Die Übertragung findet verschlüsselt und auf Wunsch BSI zertifiziert verschlüsselt statt und ist in beide Richtungen möglich.

Das Wavelength Division Multiplexing erhöht die Bandbreite, indem es verschiedene Datenströme gleichzeitig über dasselbe Glasfasernetz sendet. Das „Dense“ innerhalb der DWDM-Technik steht für die Dichte der verwendeten Wellenlängen: Hier wird das Licht einer Glasfaser in mehr als 80 unterschiedliche Wellenlängen aufgeteilt, die aufgrund der physischen Trennung unterschiedliche Formate verwenden und mit unterschiedlichen Datenraten übertragen werden können. Für die Bündelung der einzelnen Lichtwellenlängen ist der Wellenlängenmultiplexer verantwortlich, der Demultiplexer entbündelt.

Die Vorteile der DWDM-Technik:

  • Hohe Bandbreiten von bis zu 400 Gbit/s
  • BSI zertifizierte Technologie
  • Hohe Flexibilität & Skalierbarkeit für jede Netzwerktopologie

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